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Topinambur

Bild: Richard Oechsner / stock.adobe.com

Topinambur

  1. Regional: Ja
  2. Saison in der Schweiz: November bis März
  3. (Quelle: gemuese.ch, Verband Schweizer Gemüseproduzenten)

Topinambur (auch Erdbirne oder Erdartischocke), eine Wurzelknolle, gehört zur selben Gattung wie die Sonnenblume und sieht Ingwer ähnlicher als anderem Gemüse. Die Knolle schmeckt süss, obwohl sie nur wenig verwertbare Kohlenhydrate enthält. Das liegt hauptsächlich an Inulin, einem unverdaulichen Mehrfachzucker (und somit Ballaststoff), den Diabetiker problemlos vertragen. Topinambur-Sirup wird als Süssungsmittel verkauft.

Das Wintergemüse weist einiges an Vitaminen und Mineralstoffen auf (besonders erwähnenswert sind die Vitamine B1 und B3 oder die Mineralien Kalium und Phosphor). Die vielen Ballaststoffe sättigen zwar sehr gut, können allerdings Blähungen verursachen.

Ursprünglich stammt die Nutzpflanze aus Mittelamerika, vermutlich Mexiko. Sie wurde nach Europa gebracht und hier angebaut, bis die ergiebigere Kartoffel sie verdrängte. Erst seit wenigen Jahrzehnten produzieren Schweizer Landwirte wieder Topinambur, noch immer in eher kleinen Mengen, wovon ein Teil als Tierfutter verwendet wird. Mittlerweile ist sie in Supermärkten erhältlich.

Sie verwildert rasch, weil sie letztlich nur geringe Ansprüche an den Boden stellt und sich vegetativ vermehrt (das heisst, dass aus den Knollen Pflanzen wachsen). Aus einer einzelnen Knolle können bis zu 10 neue entstehen. Sogar Bruchstücke können austreiben. Manch einer hat Topinambur als Unkraut im Garten, ohne sich dessen bewusst zu sein, dass er die Wurzeln verspeisen könnte.

Essen können Sie das Gemüse roh oder gekocht, wobei es gegart geschmacklich etwas an Artischocken erinnert. Es lässt sich dünsten, braten, backen oder frittieren und lädt allgemein dazu ein, Unbekanntes auszuprobieren.

Im Netz finden Sie zahlreiche Artikel, in denen Topinambur als Heilmittel gepriesen wird, vor allem zum Abnehmen. All diese Berichte haben am Ende eines gemeinsam: Wissenschaftlich belegt sind die versprochenen Wirkungen nicht. Das ändert allerdings nichts daran, dass die Knolle sehr gesund ist und Abwechslung in den winterlichen Speiseplan bringt.

Idealerweise verzehren Sie sie wie üblich so rasch wie möglich nach dem Einkauf. In Frischhaltefolie gewickelt hält sie sich im Kühlschrank jedoch drei, vier Tage. Zum Einfrieren ist sie nicht geeignet.

In der Schweizer Nährwertdatenbank ist Topinambur noch nicht aufgeführt.

P.S.: Das Wort „Topinambur“ ist gemäss Duden ein Substantiv mit nicht festgelegtem Geschlecht. Sowohl die weibliche als auch die männliche Form sind korrekt (also die oder der Topinambur, nicht aber das).

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