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Litschis ganz und eine geöffnet

Bild: Aris Sanjaya / stock.adobe.com

Litschi

  1. Regional: Nein

Fast jeder Artikel über Litschis (oder Litchis) erwähnt den hohen Gehalt an Vitamin C. Der ist zwar mit 39,2 mg pro 100g durchaus ansehnlich, aber längst nicht so überragend wie behauptet. Zum Vergleich: Sogar gedämpfter Blumenkohl weist 43,4 mg auf, eine Orange 53 mg und eine Kiwi 80 mg.

Gegessen werden die süss-sauren Litschis meistens roh, am einfachsten, indem Sie die spröde, genoppte Schale oben mit einem Messer anritzen und ablösen. Anschliessend lutschen Sie das weisse Fruchtfleisch vom ungeniessbaren Kern. Weitere Verwendungsmöglichkeiten sind: im Fruchtsalat, in Desserts, oder als fruchtige Note in Hauptgerichten. Allerdings werden die Früchte bei längerem Erhitzen zäh.

Im Februar 2017 waren Litschis in den Schlagzeilen, weil nach lediglich 20 Jahren festgestellt wurde, warum in der indischen Republik Bihar jedes Jahr Mitte Mai und Juni Hunderte von Kindern hauptsächlich armer Familien unvermittelt erkrankten. Die Sterblichkeitsrate betrug immerhin ein Drittel. Ursache war eine Unterzuckerung. Den Forschern fiel der Zusammenhang auf zwischen der Erntezeit von Litschis und dass die Mehrzahl der betroffenen Kinder kein Abendessen zu sich genommen hatte. Sie hatten sich mehr oder minder von Litschis ernährt. Die Wissenschaftler fanden darin einen Wirkstoff (Hypoglycin A) und sein Abfallprodukt (MCPA), die einen drastischen Abfall des Blutzuckers verursachen können.

Hierzulande gilt der Verzehr selbst für Kinder als gefahrlos, da sie einerseits kleinere Mengen zu sich nehmen und zu Abend essen. Eine Vergiftung sei unwahrscheinlich. Auch im Text der Originalstudie findet sich kein Hinweis auf ungefährliche Höchstmengen.

Haltbar bleiben die Früchte in Plastikbeutel verpackt im Gemüsefach des Kühlschranks bis zu zwei Wochen, mit Schale eingefroren rund ein halbes Jahr (kein Blanchieren nötig).

In der Schweizer Nährwertdatenbank sind Litschis nicht aufgeführt.

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