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Bananen

Bild: blackday / stock.adobe.com

Banane

  1. Regional: Nein

Mit 95 Kilokalorien pro 100 g gehört die Banane zu den energiereichsten Früchten überhaupt. Der hohe Fruchtzuckergehalt macht sie zum gesunden, schnellen Energielieferanten.

Dass man sie deswegen meiden sollte, wenn man abnehmen möchte, ist natürlich barer Unsinn („Diese Nahrungsmittel dürfen Sie nie essen“). Zum Vergleich: Trockene Hartweizenteigwaren (ohne Ei) bringen es auf rund 350 kcal, also fast das Vierfache einer Banane, von der Sauce ganz zu schweigen. Wer schlanker werden will, muss nur einfach darauf achten, mehr Kalorien zu verbrauchen als er oder sie zu sich nimmt. Da hat auch diese Beerenfrucht ihren Platz. Sie ist fettarm und sättigt gut dank vieler Ballaststoffe.

Trotzdem sind sie nur bedingt als kleine Zwischenmahlzeit für unterwegs geeignet. Sie kleben an den Zähnen, und der hohe Zuckeranteil kann den Zahnschmelz schädigen. Wenn Sie nach dem Essen keine Gelegenheit zum Zähneputzen haben, sollten sie den Mund wenigstens gut mit Wasser spülen.

Ansonsten ist die Frucht sehr gesund, vor allem mineralstoffreich. Sie punktet mit Kalium, Magnesium und Phosphor. Deshalb heisst es immer wieder, sie sei gut gegen Stress. Auf jeden Fall hilft sie bei Durchfall und kann die Konzentration fördern.

Beliebt ist sie ebenfalls: Wir Schweizer verzehren pro Kopf 10,5 kg Bananen im Jahr (2015, Statista.com). Wir essen sie hauptsächlich roh, seltener in Müesli, Süssspeisen („Bananensplit“), Bananenbrot, Smoothies oder gebraten.

Die Kochbanane, bei uns nur schwer erhältlich, ist nicht zum Rohverzehr geeignet. Man nennt sie auch „Kartoffel Afrikas“, weil sie dort eine ähnlich bedeutende Rolle in der Ernährung spielt wie bei uns (früher) die Kartoffeln.

Aus gesundheitlichen Gründen spricht nichts gegen das Obst, aus ethischer Sicht hingegen schon.

Zum Einen ist da das Soziale. Die Arbeit auf den Plantagen ist hart, der Lohn reicht jedoch kaum zum Überleben – erst recht nicht dafür, eine Familie durchzubringen. Deshalb müssen die Kinder mitanpacken. Die Leute leben oft nur in Wellblechhütten ohne rudimentärste sanitäre Anlagen oder Strom. Die Bezeichnung „Lohnsklaverei“ passt hier nur zu gut. Gleichzeitig ist es meistens ihre einzige Erwerbsmöglichkeit. Für die Herkunftsländer selbst gehören Bananen zu den wichtigsten Exportartikeln.

Der Gewinn bleibt hauptsächlich bei den hiesigen Detailhändlern und den internationalen Firmen, die den Markt beherrschen.

„Fair Trade“, oft kritisiert wegen Praktiken wie „Mengenausgleich“ (Vermischung mit anderen Produkten) und verwässerter neuer Labels, schafft keine Abhilfe. Doch die Armut wird gelindert, Schulen und dergleichen erst ermöglicht. Das Seco, das „Kompetenzzentrum des Bundes für alle Kernfragen der Wirtschaftspolitik“ (Eigenwerbung), beurteilt die Fairtrade-Labels ebenfalls positiv.

Das Zweite ist der Umweltschutz: Pflanzenschutzmittel aller Art müssen in rauen Mengen versprüht werden, oft mit Flugzeugen oder Hubschraubern. Nur so können die anfälligen, riesigen Monokulturen überhaupt bestehen. Die Auswirkungen auf Wasser, Böden, Tiere und Menschen sind enorm. Und wieder trifft es die Plantagenarbeiter: Sie sind den Giften täglich ausgesetzt. Das äussert sich in Allergien, Hautkrankheiten, Unfruchtbarkeit, Missbildungen bei Neugeborenen und Krebs.

Für uns Konsumenten bedeutet das, dass die Schalen konventionell angebauter Bananen nicht in den Kompost gehören.

In der Schweiz ist die Entwicklung allerdings erfreulich: Laut Max Havelaar liegt der Marktanteil von Fairtrade-Bananen bei 54 % (Schätzwert), der von Bioqualität bei 58 %.

Derzeit ist dieses Obst, wie wir es kennen, jedoch in Gefahr. Medien sprechen schon vom Ende der preiswerten Banane. Schuld ist ein Schimmelpilz, TR4 (Tropical Race 4), der sich in Asien, Australien und Afrika ausbreitet. Er vernichtet ganze Plantagen, weil ihm kein Fungizid gewachsen ist.

Die Bananen in unseren Läden stammen hauptsächlich aus Mittel- und Südamerika. Dort ist der Pilz noch nicht angekommen. Mit Importverboten und Schutzmassnahmen versuchen die Behörden, die Ausbreitung zu verzögern. Sie wissen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis TR4 den amerikanischen Kontinent erreicht.

Das Problem ist, dass weltweit im Wesentlichen eine einzige Sorte kultiviert wird, die „Cavendish“, auf die alle Abläufe und Regelungen abgestimmt sind. In der Schweiz beträgt der Marktanteil nahezu 100 %. Sie ist steril, entwickelt also keine Samen. Vermehrung ist nur über Schösslinge möglich, die genetisch identisch sind mit der Elternpflanze. Resistenzen lassen sich so nicht einkreuzen. Darum sehen viele Forscher nur einen Ausweg in der Gentechnologie, zumal auch weitere Pilze wie „Black Sigatoka“ die Pflanzungen angreifen und den Ertrag um bis zur Hälfte schmälern. Die neue Sorte sollte gegen all die derzeit verbreiteten Krankheiten und Schädlinge widerstandsfähig sein.

In Europa, einem Hauptabnehmer, steht man der Gentechnik nach wie vor skeptisch gegenüber. Deshalb versucht man ebenfalls, aus wilden Banane resistente Sorten zu züchten. Die bisherigen Neuzüchtungen sind jedoch nicht immun gegen TR4 und schmecken nicht nach Banane.

Erste Zwischenlösungen gibt es durch zufällige Mutationen der Cavendish, beispielsweise „Formosana“. Sie vertragen die Pilzkrankheit besser, doch die Ernte fällt trotzdem deutlich geringer aus.

Die Cavendish ihrerseits wurde in den 60er Jahren eingeführt, nachdem TR1, ein Vorläufer der heutigen Bedrohung, die „Gros Michel“-Plantagen zum Grossteil vernichtet hatte. Gegen TR1 ist Cavendish resistent, stiess aber zunächst auf Widerstand, unter anderem, weil sie weniger schmackhaft sei als Gros Michel..

Dass ein derartiges Monopol einer einzigen Sorte früher oder später wieder zu solchen Problemen führen musste, ist nur logisch. Hoffen wir, dass die Produzenten daraus lernen und künftig auf mehr Vielfalt setzen. Das böte dem Konsumenten zudem endlich Geschmacksvariationen.

Doch die Bananen-Multis haben wie erwähnt die Produktionsabläufe auf Stauden in der richtigen Höhe, Bananen in bestimmter Grösse bei gleichzeitiger Reifung und mit ähnlicher Krümmung ausgerichtet. Auch im Transport und mit der Verpackung hat man sich genau auf die Bedürfnisse der Cavendish eingestellt.

Die Ernte der unreifen Früchte erfolgt maschinell. Anschliessend werden sie verpackt und gekühlt verschifft. So reifen sie auf der Reise nicht nach. In Reifereien in Europa werden sie begast, bis sie den gewünschten Reifegrad für den Handel erreicht haben.

Bei Zimmertemperatur ist das Obst etwa eine Woche lang haltbar. Das gilt nur, wenn sie es nicht neben Äpfeln, Tomaten oder anderen Früchten liegt, die das Reifegas Ethylen ausströmen. Im Kühlschrank hingegen werden Bananen schnell braun und verlieren an Geschmack. Für die Meisten sind sie dann perfekt, sobald die Schale die ersten Flecken zeigt.

Banane in der Schweizer Nährwertdatenbank

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