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Äpfel

Bild: volff / stock.adobe.com

Bor

Dieses „Ultraspurenelement“ ist derzeit zu wenig erforscht. Nicht einmal im medizinischen Wörterbuch „Pschyrembel“ finden sich zu Bor als Nährstoff weiterführende Angaben. Noch ist nicht schlüssig bewiesen, ob der Mensch es zum Überleben braucht. Sicher ist einzig, dass es für Pflanzen essentiell ist.

In der Schweiz gibt es keine Empfehlungen zum Borkonsum. Festgelegt ist ein Grenzwert für Trinkwasser von höchstens 1 mg/l. Das deutsche Bundesamt für Risikobewertung empfiehlt einen Höchstwert von 0,5 bis 1 mg/l.

Wir nehmen Bor hauptsächlich über Wasser und pflanzliche Nahrung auf. In Milchprodukten, Fleisch und Fisch ist es nur in sehr kleinen Mengen vorhanden. Die als unbedenklich geltende Höchstgrenze (Tolerable Upper Intake Level) liegt bei 0,16 mg je Kilogramm Körpergewicht (bei 60 kg entspricht das 10 mg). Die durchschnittliche tägliche Aufnahme wird auf 1 bis 2 mg geschätzt (alternativ: 0,5 bis 3 mg). Bor ist im Gegensatz zu einigen Borverbindungen wie Borax oder Borsäure ungiftig. Bor und seine Verbindungen scheinen nicht krebserregend zu sein.

Das Spurenelement wirkt sich auf den Hormonhaushalt aus. Es ist vermutlich wichtig für den Knochenstoffwechsel und Hirnfunktionen. Es könnte sich ferner auf den Vitamin D-Haushalt auswirken, Kalzium- und Magnesiumverluste vermindern, Entzündungen hemmen und das Immunsystem stärken. Ausserdem heisst es, es könne Schmerzen bei Arthrose lindern. Manche Forscher glauben an vorbeugende Wirkung gegen Krebs.

Diese Wundereigenschaften Bors beruhen alle auf einzelnen Tierversuchen oder Untersuchungen, die mit wenigen Teilnehmern durchgeführt wurden (4 bis 12 Personen). Nichts von alledem ist eindeutig bewiesen (ausser, dass es sich tatsächlich auf den Hormonhaushalt auswirkt). Die negativen Folgen von zu viel Bor sind allerdings nur im Tierversuch bestätigt. Das dafür mehrfach. (U. a. schlechtere Spermienqualität, Missbildungen bei Neugeborenen, vermindertes Fetalgewicht.)

Trotz der ungenügenden Forschungslage wird Bor als Nahrungsergänzungsmittel angeboten und auf zahlreichen Websites angepriesen (praktischerweise gleich mit einem Link zum entsprechenden Mittel). So soll es Bodybuildern dabei helfen, mehr Muskelmasse aufzubauen (konnte nie belegt werden). Selbst auf seriösen Seiten von Ärzten oder Kliniken ist von Mangelerscheinungen die Rede. Doch der heutige Forschungsstand erlaubt keine derartigen Rückschlüsse.

Das BfR und diverse Fachleute raten deshalb von solchen Nahrungsergänzungsmitteln dringend ab. Die Gefahr sei zu gross, dass zu viel Bor aufgenommen werde. Wer ausreichend Früchte und Gemüse isst (inkl. Nüsse), braucht sich auch dann nicht um Mangel zu sorgen, wenn sich das Spurenelement tatsächlich als essentiell erweisen sollte.

In der Schweizer Nährwertdatenbank und im Bundeslebensmittelschlüssel ist Bor nicht aufgeführt.

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